Prager Austauschschüler in Bad Münstereifel; September 2015

Für die meisten Schüler ist der Einstieg in die Oberstufe schon spannend genug, doch für einige Schülerinnen und Schüler des St. Angela- Gymnasiums wurde es noch aufregender, als am Samstag, den 5. September 2015,  Austauschschüler aus Tschechien nach Deutschland kamen.  Um 16 Uhr hatte das lange Warten der deutschen Schülerinnen und Schüler zum Glück ein Ende und die Prager erreichten zwar müde, aber voller Vorfreude  Bad Münstereifel.  Das Programm für die folgende Woche, das die Münstereifeler Lehrer Werner Röser und Andreas Eich zusammen mit einem Prager Lehrer ausgearbeitet hatten, beinhaltete neben zahlreichen Besichtigungen von historischen Städten unter anderem auch das Produzieren einer eigenen Fernsehsendung im WDR Studio in Köln. Doch auch die deutschen Schüler freuten sich ungemein auf die Prager und so war es nicht schlimm, dass sie dafür sogar am Wochenende zur Schule fahren mussten.

Am nächsten Tag hatten die Tschechen erst einmal Zeit, die fehlenden Stunden Schlaf nachzuholen und sich mit ihren Austauschschülern anzufreunden. Manche verbrachten den Tag im Phantasialand, während andere die Ritterspiele auf Burg Satzvey besuchten. Das gemeinsame Versagen beim Axtwerfen und Bogenschießen sorgte auch in den nächsten Tagen immer wieder für Gesprächsstoff. Hier wurde zum ersten Mal die Frage gestellt: „Ist das typisch deutsch?“. Als  dann montags alle mehr oder weniger frisch und munter in der Schule eintrafen, wurden die Prager Schüler zuerst  von Schulleiter Bernhard Helfer und der stellvertretenden Schulleiterin Carolin Neswadba, später vom stellvertretenden Münstereifeler Bürgermeister Müller willkommen geheißen. Nachdem die Austauschschüler den Unterricht ihrer deutschen Partner besucht und eine Stadtführung unternommen hatten, wurde der offizielle Teil des  Tages mit einer Sprachanimation für deutsche und tschechische Schüler beendet. Dienstags waren die deutschen Schüler dann glücklicherweise auch vom Unterricht befreit, so dass die gesamte Gruppe einen Ausflug nach Köln unternehmen konnte.

Besuch beim WDR

Nach der Besichtigung der Hohenzollernbrücke, des Doms und der Altstadt, teilte sich die Gruppe auf. Einige Schüler entschieden sich für eine Führung durch das Sportmuseum, während andere in Teamarbeit eine echte Fernsehsendung beim WDR produzierten. Damit das Fernsehteam komplett war, bekam jeder einen anderen Job.  Regie, Kamera und Ton waren nur drei der insgesamt über 20 verschiedenen Aufgaben am Filmset, in denen wir Erfahrungen sammeln durften. Am Ende entstand eine fast professionelle deutsch - tschechische Nachrichtensendung. Mittwochs  besichtigten die Tschechen ohne ihre deutschen Gastschüler die Schatzkammer des Aachener Doms und die Stadt, was mit einer anschließenden Shoppingtour für sie verbunden war.  Auch den nächsten Tag verbrachten sie zum größten Teil alleine.  Das Thema dieses Projekttags war Geschichte der Juden in Bad Münstereifel. Unter der sachkundigen Führung des Stadthistorikers Harald Bongard  besuchten sie den jüdischen Friedhof und ehemalige Wohnhäuser von Juden. Am Nachmittag fuhren sie noch nach Bonn, wobei der Aufenthalt im Haus der Geschichte eigentlich den Höhepunkt markieren sollte. Die tatsächliche Krönung des Tages jedoch bildete für viele Tschechen dann eher der Besuch bei Haribo, wo sich alle mit typisch deutschen Gummibärchen eindecken konnten. Gemeinsam mit Lateinlehrerin Barbara Pütz und Geschichtslehrer Benedikt Schöller ging es am Freitag  mit der ganzen  Gruppe nach Vogelsang. Dort brachte Schöller den Schülern die Geschichte der Anlage in einem spannenden Vortrag näher. Leider war ein Teil des Komplexes wegen Umbauten gesperrt und so brach man nach einer kleinen Pause zu einer Wanderung durch den Nationalpark auf. Die anschließende Bootsfahrt machte allen nicht nur wegen des schönen Wetters sehr viel Spaß. Samstagnachmittag  gab es in der Schule ein Buffet, bei dem den Eltern die Fernsehsendung präsentiert wurde und von Pragern sowie auch von deutschen Schülern selbstgeschriebene Reden zum Abschluss der Austauschbegegnung gehalten wurden. Anschließend fuhr die Schülergruppe, auf Wunsch der tschechischen Schüler und Lehrer, in die  Kölner Philharmonie zu einem Klassikkonzert, und obwohl es für die meisten eine eher ungewöhnliche Veranstaltung war, war es sehr beeindruckend. Trotz des anspruchsvollen offiziellen Programmes blieb fast täglich ein wenig Zeit auch noch andere typisch deutsche Dinge zu tun, wie zum Beispiel ein Rundflug über die Eifel, eine Ahr-Tour mit Federweißem und Zwiebelkuchen, ein Ausflug ans Radioteleskop Effelsberg, ein anschließendes Spaghetti-Eis-Essen und vieles mehr.  Am Sonntagmorgen wartete auf die Prager bereits der Bus für die Heimfahrt.

Letztendlich war es zwar eine anstrengende, aber vor allem auch eine besonders schöne Woche und  so freuen sich die deutschen Schülerinnen und Schüler  schon sehr darauf, nächstes Jahr im Mai zum Gegenbesuch nach Prag zu fahren.

Vanessa Haag