„Merveilleux“, „super bien“, „extraordinaire“, „cool et marrant“

Mit diesen und ähnlichen Superlativen beschrieben Schülerinnen und Schüler der 4ème des Collège Sainte Marie den diesjährigen Aufenthalt bei ihren „corres“ vom Erzbischöflichen St.-Angela-Gymnasium.

Wie seit nunmehr fast 27 Jahren, machte sich am 17. Mai 2015 wieder eine Schülergruppe aus Fougères/Bretagne auf den Weg in ihre Partnerstadt Bad Münstereifel. Die 25 Jugendlichen wurden von ihren Austauschfamilien bereits ungeduldig erwartet; schließlich waren die Kontakte per Post, E-Mail, Whatsapp, Facebook, Skype oder ähnlichen elektronischen Kommunikationsplattformen längst geknüpft worden, und man freute sich auf „seinen Austauschpartner“! Nicht minder aufgeregt waren natürlich die Franzosen, die bei ihrer Ankunft bereits eine zwölfstündige Busfahrt hinter sich gebracht hatten.

Die Strapazen sollten sich aber lohnen, denn die Gäste erwartete ein abwechslungsreiches Programm:

Die Jugendlichen und ihre zwei Begleiter, Madame Reuzé und Monsieur Perrin, lernten zunächst Bad Münstereifel kennen, wurden dort im Rathaus empfangen und erhielten zu ihrer großen Freude Freikarten für das Eifelbad, fanden Zeit zum Shoppen und genossen das herrliche Wetter, das sich – entgegen den Vorhersagen – während des gesamten Aufenthaltes ausnahmslos warm, trocken und „gastfreundlich“ zeigte.

Der erste gemeinsame Abend hielt auch sofort einen Höhepunkt bereit: Franzosen und Deutsche vertieften ihre Kontakte in der Sporthalle des St.-Angela-Gymnasiums beim „Spiel ohne Grenzen“, indem deutsch-französisch gemischte Mannschaften bei verschiedenen Team-Sportarten sowie Geschicklichkeitsspielen miteinander wetteiferten. Die Verständigung gelang auf Deutsch und Französisch, so manches Mal mithilfe des Englischen oder auch mit Händen und Füßen. Spaß machte es in jedem Fall!

Weiter gefestigt wurden die Freundschaften auch am nächsten Tag bei einem gemeinsamen Tagesausflug der französischen und deutschen Achtklässler nach Bonn. Nach einer äußerst interessanten Führung durch das Haus der Geschichte ging es in die Innenstadt, später mit dem Schiff nach Königswinter, dann zu Fuß auf den Drachenfels und von dort aus nach Rhöndorf, vorbei am Grab Konrad Adenauers, dem wir – neben Charles de Gaulle - diese freundschaftliche Begegnung letztlich verdanken! Müde, aber erfüllt von den Eindrücken des Tages, kehrten die Jugendlichen abends zurück zu ihren Familien.

 Am Mittwoch war es dann für die französischen Schüler so weit, selbst aktiv zu werden: Im Freilichtmuseum in Kommern durften sie unter fachkundiger Anleitung ihr eigenes Steinofenbrot backen. Stolz präsentierten sie ihre Ergebnisse den Gastfamilien, die oft am Genuss teilhaben durften. In einigen Fällen landete das frische Brot aber auch in der Tiefkühltruhe, so dass sich die französischen Familien nach der Heimkehr ihrer Kinder noch daran erfreuen konnten.

Eine erfreuliche Besonderheit in diesem Jahr war der Besuch des Direktors und des Stufenleiters der 4ème des Collège Sainte-Marie in Bad Münstereifel. M. Chevrel hat die Leitung der Schule zu Beginn des Schuljahres übernommen und wollte sich nun Einblick verschaffen in den Verlauf der Schulfahrten. Während  dieser Woche war die gesamte Jahrgangsstufe des Collège unterwegs zu unterschiedlichen Zielen; und so blieben die Herren vom Mittwoch bis zum Donnerstag in Bad Münstereifel, um dann ihren Weg fortzusetzen in Richtung Niederlande, wo sich ein anderer Teil der 4ème aufhielt. Die „Chemie“ zwischen den Schulleitungen stimmte vom ersten Moment an genau so wie die zwischen den verantwortlichen Lehrern, den Schülern und den Gastfamilien!

Donnerstags fand wieder ein Tagesausflug statt, diesmal nach Köln und ohne die Deutschen. Natürlich gab es eine Domführung in französischer Sprache, aber auch die Möglichkeit zur Erkundung der Fußgängerzone, einen Spaziergang am Rhein entlang mit Blick auf die malerisch gelegene Altstadt und – mit Spannung erwartet – den Besuch des Sport- und Olympiamuseums.Voll Begeisterung, wenn auch „bettreif“, kehrten die Gäste abends „heim“ in die Eifel.

Der Vormittag des letzten Tages holte die Jugendlichen zurück auf den Boden der Wirklichkeit: Auf dem Plan stand Unterrichtsbesuch mit den Klassen 7 und 8! Denn Sinn und Zweck eines Austauschs ist schließlich auch, einen Einblick zu gewinnen in den Alltag der Austauschpartner!

Abends fand die Abschlussveranstaltung statt: ein gemütliches Beisammensein mit Schülern, Gastfamilien und Lehrern, bei dem für Leib und Seele gesorgt war: Die Gastfamilien hatten ein reichhaltiges und schmackhaftes Kaltes Büfett zusammengestellt; und als „Bonbon“ führten die Gastschüler deutsche Sketche vor, erzählten Witze, sangen Lieder und motivierten „ihre“ Familien, sich daran zu beteiligen.

Niemand war am nächsten Morgen in der Stimmung, sich zu verabschieden, und die „bises“ wollten kein Ende nehmen! Irgendwann waren dann aber doch alle französischen Gäste in den wartenden Bus eingestiegen. Bis zum Kreisverkehr begleiteten die deutschen Jugendlichen ihre „corres“ - dann blieb unserer Jahrgangsstufe 8 nur noch die Vorfreude auf das Wiedersehen mit den neuen Freunden in Fougères, das für September geplant ist.